Kann man Kryptowährungen vererben?
Ob Kryptowährungen vererbt werden können, hängt von der Gesetzgebung des jeweiligen Landes ab. Doch selbst wenn Kryptowährungen rechtlich als Teil des Nachlasses anerkannt werden, bedeutet das nicht automatisch, dass die Erben Zugriff auf die Wallet erhalten.
Kryptowährungen auf einer Börse
Wer seine Coins auf einer Kryptobörse aufbewahrt, sollte wissen, dass die Erben in der Regel den Support der Plattform kontaktieren und entsprechende Erbschaftsdokumente vorlegen müssen.
Das Verfahren kann mehrere Wochen oder Monate dauern, in manchen Fällen sogar länger als ein Jahr. Die Börse kann die Übertragung der Vermögenswerte ermöglichen, ohne den Erben Zugang zum ursprünglichen Konto zu geben.
Kryptowährungen in einer eigenen Wallet
Bei einer Non-Custodial-Wallet sieht die Situation anders aus. Hier verwaltet der Nutzer seine privaten Schlüssel selbst. Es gibt keinen Drittanbieter, der den Zugang wiederherstellen kann.
Gehen die Seed Phrase oder der private Schlüssel verloren, können die Kryptowährungen dauerhaft unzugänglich werden. Ein Testament allein reicht nicht aus, um den technischen Zugriff auf die Wallet zu ermöglichen.
Wie kann man Kryptowährungen für Erben sichern?
Wer seine digitalen Vermögenswerte weitergeben möchte, sollte einige Vorkehrungen treffen:
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Ein Testament erstellen und darin die vorhandenen Krypto-Vermögenswerte aufführen.
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Seed Phrases und private Schlüssel nicht direkt im Testament hinterlegen, da dieses für Dritte zugänglich werden kann.
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Zugangsdaten sicher aufbewahren und den Erben klare Hinweise geben, wo sie diese finden können.
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Eine Multi-Signature-Wallet in Betracht ziehen, um den Zugriff auf die Vermögenswerte abzusichern.
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Die Informationen regelmäßig aktualisieren.
Was sollten Erben tun?
Wenn Angehörige Kryptowährungen hinterlassen haben, sollten die Erben zunächst die erforderlichen Erbschaftsdokumente beschaffen und sich an die entsprechenden Börsen wenden.
Geräte und Datenträger sollten nicht entsorgt oder zurückgesetzt werden. Auch sollten Erben nicht versuchen, Passwörter wahllos zu erraten. Dabei können wichtige Daten verloren gehen.
Besondere Vorsicht ist bei vermeintlichen Krypto-Wiederherstellungsdiensten geboten. Betrüger versprechen häufig, verlorene Wallets wiederherzustellen, und verlangen dafür Geld. Bei größeren Vermögenswerten kann es sinnvoll sein, einen Experten für digitale Forensik hinzuzuziehen.
Bekannte Fälle
Der Unternehmer Matthew Mellon besaß XRP im geschätzten Wert von 360 bis 500 Millionen US-Dollar. Nach seinem Tod im Jahr 2018 wurde die Verwaltung seines Krypto-Vermögens kompliziert. Ein Problem war, dass sein Testament noch vor seinen Investitionen in Kryptowährungen erstellt worden war.
Auch der frühe Bitcoin-Befürworter Mircea Popescu soll erhebliche BTC-Bestände besessen haben, deren Wert möglicherweise mehrere Milliarden Dollar betrug. Es blieb jedoch unklar, ob er jemandem Zugang zu seinen Wallets hinterlassen hatte und ob seine Erben die Vermögenswerte sichern konnten.
Fazit
Kryptowährungen können vererbt werden. Ein Testament allein garantiert jedoch keinen Zugriff auf die digitalen Vermögenswerte. Entscheidend sind sowohl das rechtliche Erbrecht als auch die Möglichkeit, technisch auf die Wallet zuzugreifen. Wer seine Erben absichern möchte, sollte sich daher frühzeitig um beide Aspekte kümmern.
